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8. Löhne und Kosten


Abb. 8.1: Wachstum der Nominal- und Reallöhne und der Produktivität in Deutschland
Kommentar
: 2009 sind die Stundenlöhne um 1,2% gestiegen, während sie pro Arbeitnehmer stagnierten. Das bedeutet: In der Krise hat eine Senkung der geleisteten Arbeitszeit zu einer rechnerischen Erhöhung der Stundenlöhne geführt. Inzwischen hat sich dies wieder normalisiert. 2010 bis 2012 wuchsen die Arbeitsentgelte pro Arbeitnehmer zwischen 2% und 3%.


Abb. 8.1a: Entwicklung der Stundenlöhne in Deutschland – preisbereinigt


Abb. 8.1b: Entwicklung der Lohnnebenkosten
Erläuterung: Lohnnebenkosten sind hier als Sozialbeiträge der Arbeitgeber definiert.


Abb. 8.1c: Entwicklung der Brottomonatsverdienste in Deutschland – preisbereinigt


Abb. 8.1d: Die Lohnschere nach Wirtschaftsbereichen - Entwicklung der Stundenlöhne in Deutschland – preisbereinigt
Kommentar: Die viel diskutierte Einkommensspreizung hat auch zwischen Branchen stattgefunden. Diese Entwicklung ist 2009 zu ende gegangen.


Abb. 8.1e: Entwicklung der Produktivität in Deutschland - preisbereinigt
Kommentar: Nach der Finanzkrise ist die Produktivitätsentwicklung in Deutschland nahezu zum Erliegen gekommen.


Abb. 8.2: Löhne, Wertschöpfung und Lohnstückkosten in Deutschland - Gesamtwirtschaft
Erläuterung
: Die Bundesbank definiert die Lohnkosten je Umsatzeinheit (LSKu) wie folgt: Quotient aus dem Index des Arbeitnehmerentgelts je Arbeitnehmerstunde (Lansn) und dem Index des nominalen Bruttoinlandsprodukts je Erwerbstätigenstunde (ProdEn). Hier werden alle drei Indizes konfrontiert, wobei die Differenzen zwischen den beiden letzteren die Abweichungen der Lohn- von der Produktivitätsentwicklung repräsentieren (Balken).
Kommentar: Von 2000 bis 2007 sind die deutschen Löhne um über 8% hinter der Produktivitätsentwicklung zurückgeblieben. Dies addierte sich zu einem Lohnverzicht im Umfang von über 10% eines deutschen Jahres-BIP. Die vielfach geforderte Lohnzurückhaltung hat stattgefunden. In der Krise ist infolge des Produktionsrückganges diese Senkung der Lohnstückkosten wieder aufgezehrt worden. Dies ist mit der Überwindung der Krise teilweise korrigiert worden.


Abb. 8.2a: Löhne, Wertschöpfung und Lohnstückkosten in Deutschland - Produzierendes Gewerbe (o. Bau)
Kommentar
: Von 2000 bis 2007 sind die Löhne in der Industrie um 13% hinter der Produktivitätsentwicklung zurückgeblieben. In den ersten beiden Krisenquartalen sind in der Industrie infolge eines starken Rückgangs der geleisteten Arbeitszeit die Stundenlöhne und Lohnstückkosten in besonderem Maße und abweichend von den anderen Wirtschaftszweigen gewachsen –  ein vorübergehendes Phänomen.


Abb. 8.2b: Löhne, Wertschöpfung und Lohnstückkosten in Deutschland - Baugewerbe
Kommentar
: Seit 2006 bleiben die Löhne im Baugewerbe nachhaltig hinter der Produktivitätsentwicklung zurück.


Abb. 8.2c: Löhne, Wertschöpfung und Lohnstückkosten in Deutschland - Handel, Verkehr, Gastgewerbe


Abb. 8.2d: Löhne, Wertschöpfung und Lohnstückkosten in Deutschland - Information und Kommunikation


Abb. 8.2e: Löhne, Wertschöpfung und Lohnstückkosten in Deutschland - Finanz- und Versicherungsdienstleistungen


Abb. 8.2f: Löhne, Wertschöpfung und Lohnstückkosten in Deutschland - Grundstücks- und Wohnungswesen


Abb. 8.2g: Löhne, Wertschöpfung und Lohnstückkosten in Deutschland – Unternehmensdienstleister


Abb. 8.2h: Löhne, Wertschöpfung und Lohnstückkosten in Deutschland - öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit


Abb. 8.3: Lohnkostenanteil (LSKu) nach Entstehungs- und Verwendungsgliederung
Erläuterung
: Hier handelt es sich um den einfachen Quotienten aus Arbeitnehmerentgelten und nominaler Bruttowertschöpfung. Die Daten der Verwendungsgliederung sind eigene Schätzungen auf Basis der Input-Output-Statistik des Statistischen Bundesamtes. .
Kommentar: Die Lohnkostenentwicklung der Exporte entspricht weitgehend der des Produzierenden Gewerbes.


Abb. 8.4: Lohnkostenanteil der Bruttowertschöpfung - Deutschland, EU-14 und 10 neue EU-Mitgliedstaaten - Gesamtwirtschaft und Produzierendes Gewerbe
Erläuterung
: Hier handelt es sich um den einfachen Quotienten aus Arbeitnehmerentgelten und nominaler Bruttowertschöpfung.
Kommentar: Nach 2003 verzeichnet auch das Produzierende Gewerbe der EU-14 einen Trend zur Lohnzurückhaltung.  Der Lohnwettbewerb in der Industrie der EU ließ eine Tendenz zum Lohnsenkungswettlauf erkennen. Die vorübergehende Wende der Stückkostenentwicklung Deutschlands in der aktuellen Krise wurde auch in den EU-Staaten nachvollzogen. Nach der Krise liegen die deutschen Stückkosten auf einem höheren Niveau als vor der Krise.


Abb. 8.5: Arbeitskosten in der Industrie – Deutschland, EWU und EU
Erläuterung
: Hier handelt es sich um die Summe aller Lohnaufwendungen der Industrie (Arbeitsentgelte, 2000 = 100).


Abb. 8.6: Internationaler Vergleich Unit Labour Cost , Deutschland, EWU und USA
Erläuterung
: Unit Labour Cost sind die nominalen Lohnkosten je preisbereinigter Produkteinheit.


Abb. 8.7: Dollarkurs und deutsche Wettbewerbsindikatoren
Erläuterung
: Der effektive Wechselkurs stellt den gewogenen Außenwert des Euro in Deutschland auf Basis der Wechselkurse von 23 Drittländern dar. Die Indikatoren der preislichen Wettbewerbsfähigkeit sind geometrisch gewogener Indikator  auf Basis  der Preisdeflatoren des Gesamtabsatzes (IpWd) bzw. der Verbraucherpreise (IpWv). Das Gewichtungsschema wurde erstellt auf Grundlage  des Außenhandels 1995-1997 (bis 1998) bzw. 1999-2001 (ab 1999) im Bereich des  Verarbeitenden Gewerbes.
Für alle Indikatoren gilt: Je niedriger, desto besser ist die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.
KommentarInnerhalb der EWU verbesserte sich der deutsche Wettbewerbsindikator zwischen 1998 und 2011 trendartig. Der bestimmende Einfluss des Dollarkurses auf die deutsche Wettbewerbsfähigkeit außerhalb der EWU ist unübersehbar.


Abb 8.7a: Dollar-Kurs, Yuan-Kurs und Dollar/Yuan-Relation
Erläuterung: Die Darstellung in % des Niveaus von 2000 erhellt die Zusammenhänge.
Kommentar: In China beträgt ein Stundenlohn etwa 1,50 Euro. Das charakterisiert die chinesische Wettbewerbssituation im Außenhandel. Der Yuan-Kurs (Renminbi) ist staatlich reguliert. Bis 2005 war er fest an den Dollar gebunden. Seitdem ist er bis zum Sommer 2015 gegenüber dem Dollar um 34% aufgewertet worden. Aktuell wird er im Verhältnis zum Dollar wieder abgewertet.


 


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