4. Verteilung des Volkseinkommens und Konsum der privaten Haushalte


Abb. 4.1: Verteilung des Volkseinkommens in Deutschland - Gesamtwirtschaft, nominal

Erläuterung: Die Veränderungen der Einkommenskomponenten sind entsprechend ihrer Relation zum BIP gewichtet.

Kommentar: Die Arbeitnehmerentgelte sind seit 2010 stetig gewachsen. Ihr Einbruch im 2. Quartal 2020 sind im 3. und 4. Quartal weitgehend ausgeglichen worden.


Abb. 4.2a: Einkommen und Konsum der privaten Haushalte in Deutschland - nominal

Erläuterung: Die Veränderungen der Einkommenskomponenten sind entsprechend ihrer Relation zum BIP gewichtet. Sie lassen sich addieren.

Kommentar: Im 2. Quartal 2020 lag der BIP-Anteil des Verfügbare Einkommen der Privaten Haushalte Corona-beding um -1,1% unter dem Vorjahreswert, der Anteil des privaten 

Konsums um -7,2%, der Anteil der privaten Ersparnis dagegen um +5,6% über dem Vorjahreswert. Im 1. Quartal 2021 liegt das Verfügbare Einkommen leicht über dem Vorjahresstand, der Konsum allerdings um -3,7% unter dem Vorjahresstand, während die private Ersparnis um 4,3% über dem Vorjahresstand liegen.


Abb. 4.2b: Einkommen und Konsum der privaten Haushalte in Deutschland - preisbereinigt

Erläuterung: Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte wurden über die Verbraucherpreise preisbereinigt. Die Veränderungen von Einkommen und Konsum sind entsprechend ihrer Relation zum BIP gewichted.

Kommentar: In der Krise tendiert die Preisentwicklung zur Deflation. Im September 2020 lag die deutsche Verbraucherinflation bei -0,4%, ohne Energiepreise bei +0,4%. In der EWU ist die Verbraucherinflation zwischen November 2012 und Januar 2015 von 2,8% auf -0,6% gesunken – Ausdruck einer deflatorischen Entwicklung. Im 4. Quartal 2020 wendeten sich Preisentwicklung dagegen in Richtung Inflation. 


Abb. 4.2c: Einkommen und Konsum der privaten Haushalte in Deutschland in % BIP

Kommentar: Die Netto-Arbeitnehmereinkommen betragen 43% der verfügbaren Einkommen, die Sozialeinkommen 27% und die Selbstständigen- und Gewinneinkommen 30%.


Abb. 4.3: Einkommensabhängigkeit des Konsums

Erläuterung: Regressionszusammenhang 1992-2018, Quartale, Veränderungen in %Vj, R2 = 0,78, Cpn = 0,81 * (EVp + 0,74%).

Kommentar: Der Konsum der privaten Haushalte hängt in erster Linie von ihren verfügbaren Einkommen ab. Die Differenz zwischen beiden ist die Ersparnis, deren Anteil relativ konstant ist. 


Abb. 4.4: Privater Konsum nach Entstehungsbereichen

Erläuterung: Eig. Schätzung auf Basis der Input-Output-Statistik des Statistischen Bundesamtes. Ab 2008 verwendet diese Statistik eine neue Gliederung der Herstellungsbereiche. Da hier die Vorleistungen den entsprechenden Lieferbereichen zugerechnet werden, drückt die Grafik aus, welchen tatsächlichen Anteil die Dienstleistungen am Konsum haben.


Abb. 4.5: Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken in jeweiligen Preisen


Abb. 4.6: Konsumausgaben der privaten Haushalte im Inland nach Verwendungszwecken in jeweiligen Preisen – Veränderungen 

Erläuterung: Die Veränderungen der Verwendungsbeiträge sind entsprechend ihrer Relation zum Gesamtkonsum gewichtet.

 und lassen sich dementsprechend addieren.

Kommentar: Den Rückgang des Konsumausgaben in der Corona-Krise dominierten die Bereiche Verkehr, Hotel und Gaststätten sowie Freizeit/Unterhaltung/Kultur. 


Abb. 4.7: Preise der Konsumausgaben der privaten Haushalte nach Verwendungszwecken 

Erläuterung: 1. 1. 2002 = Einführung des Euro als Bargeld, Umstellung der Preise


Abb. 4.8: Wachstumsraten und Beiträge des priv. Konsums – D, EU und USA - real

Erläuterung:Die Veränderungen des Konsums sind entsprechend ihrer Relation zum jeweiligen BIP gewichtet. Sie verstehen sich als Wachstumsbeiträge.

Kommentar: Der Wachstumsbeitrag des privaten Konsums ist in Deutschland deutlich geringer als in der EU oder den USA. Zwischen 2002 und 2010 verzeichnete das deutsche Wachstum eine Stagnation des privaten Konsums. Die Finanz-Krise 2009 zog in der EU und in den USA den privaten Konsum deutlich in Mitleidenschaft, während er sich in Deutschland dagegen von der Krise relativ unberührt zeigte. Im Aufschwung nach der Krise hat sich der Wachstumsbeitrag des Konsums in Deutschland deutlich vergrößert. In der Corona-Krise dagegen prägt der Konsumeinbruch das Bild.


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